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Bericht über die Auswertung der Briefe und Dokumente im Rahmen des Dialog- und Erneuerungsprozesses

In seiner Neujahrsansprache anlässlich des Festes der Erscheinung des Herrn am 6. Januar 2011 hat Bischof Gebhard Fürst für die Diözese Rottenburg-Stuttgart einen dialogisch angelegten Erneuerungsprozess ausgerufen. Grund für den auf zweieinhalb Jahre angelegten Prozess ist die Sorge um die Gläubigen, deren Vertrauen in die Kirche vor allem durch das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Frühjahr 2010 in eine Krise geraten ist.

Spürbar ist dieser Vertrauensverlust einerseits durch die deut- lich gestiegene Zahl an Kirchenaustritten seit 2010 und andererseits durch die Vielzahl von Briefen und persönlichen Zeugnissen, die Bischof Fürst in dieser Zeit erreicht haben. Um den verschiedenen Anliegen der Absender gerecht zu werden, gab der Bischof im Frühjahr 2011 der Koordinierungsgruppe des Dialog- und Erneuerungsprozesses unter Leitung des Direktors des Instituts für Fort- und Weiterbildung der Diözese, Professor Thomas Fliethmann, den Auftrag, alle Briefe und Dokumente zu sortieren und quantitativ und qualitativ auszu- werten. Um die Ergebnisse auf eine sozialwissenschaftliche Basis zu stellen, wurde ein dreiköpfiges externes Forschungsteam beauftragt, alle Schreiben zusammen mit der Koordinierungsgruppe zu sichten und zu evaluieren.

Der Zeitraum der Auswertung erstreckt sich bislang über die Eingaben, die den Bischof beziehungsweise die Koordinierungsgruppe vom Februar 2010 bis zum 15. September 2012 erreicht haben. Da der Dialogprozess erst im Juni 2013 abgeschlossen sein wird, kann im Folgenden lediglich ein Zwischenbericht präsentiert werden. Der bisherige Stand lässt allerdings bereits eindeutige inhaltliche Tendenzen und Schwerpunkte erkennen.

 

Insgesamt liegen der Auswertung 230 persönliche Briefe, E-Mails und Faxe zugrunde. Die Briefe geben sehr emotional Zeugnis darüber, wie sehr die Gläubigen um ihre Kirche ringen. Ihr Inhalt zeigt, wie sehr die Absenderinnen und Absender um Veränderung bemüht sind und diese auf eine wohlwollende und respektvolle Art und Weise einfordern. In sachlichem Ton bringen die Schreiberinnen und Schreiber ihre Empörung, Enttäuschung, Betroffenheit und Trauer, aber auch Bestärkung und Ermutigung zum Ausdruck.

Zudem haben die Koordinierungsgruppe des Dialogprozesses 300 Dokumente aus Dekanaten, Seelsorgeeinheiten, von Verbänden, Institutionen und Initiativgruppen erreicht, die sich auf unterschiedlichste Art vor Ort mit den Reformthemen der katholischen Kirche auseinandergesetzt haben. 300 Termine wurden der Koordinierungsgruppe gemeldet. Es kann davon ausgegangen werden, dass insgesamt mehrals 7.000 Menschen im Rahmen des Dialogprozesses eine Veranstaltung besucht haben.